Bewegung war und soll für den Menschen
natürlich und alltäglich sein. In den letzten Jahren steigt in den
Industrieländern aber immer mehr die Anzahl der Menschen, die an
chronischen und degenerativen Krankheiten und an Übergewicht leiden.
Diese Entwicklung hat unterschiedlichste Gründe – immer mehr Menschen
arbeiten im Sitzen, das Ernährungsangebot ist sehr vielfältig und oft
nicht gesund und der Faktor Stress erhöht die Wahrscheinlichkeit
unglücklicher Faktoren, die zu Übergewicht führen. Die Sport- und
Fitnessindustrie hat schon längst darauf reagiert und ein breites
Angebot an Fitnessstudios mit unterschiedlichen Programmen und Angeboten
entwickelt. Und trotzdem wirken nur Sport und Bewegung allein nicht
immer. Trotz Fitnesswelle und kalorienarmer Lebensmittel, dauerhafte
Abhilfe schaffen keine simplen Fitnessprogramme, sondern nur eine
klientenorientierte, ganzheitliche Betrachtung, welche die individuelle
körperliche, psychische und gesundheitliche Disposition, Energiebilanz,
Nährstoffverarbeitung und Lebenseinstellung ebenso berücksichtigt wie
die Bewegungs- und Essgewohnheiten und das psycho-soziale Umfeld. Es
besteht also ein dringender Bedarf an qualifizierten Sport- und
Fitnesstherapeuten, die Menschen in Gruppen- oder Einzelarbeit bei der
langfristigen Gewichtsreduktion sowohl körperlich wie auch psychisch
unter Berücksichtigung des systemischen familiären und sozialen Umfeldes
begleiten. Daher liegt es nahe, ein ganzheitliches Konzept für Fitness
zu entwickeln, indem der Körper und die Psyche integriert werden und
systemisch im therapeutischen und pädagogischen Konzept betrachtet
werden können. Gerade aus den oben genannten Gründen und auch vor dem
Hintergrund des steigenden Anteils älterer Menschen in der Bevölkerung,
für die Fitness und Sport als Prävention vor den abbauenden Prozessen
eingesetzt werden kann, und der wachsenden Zahl chronischer und
degenerativer Krankheiten eröffnen sich für die Sport- und
Fitnesstherapie hervorragende Zukunftschancen.
Sport und Fitness kompensieren und regenerieren durch Bewegungsübungen
gestörte körperliche, psychische und soziale Funktionen, beugen weiteren
Schäden vor und fördern ein gesundheitsbewussteres Verhalten. Die
Sport- und Fitnesstherapie kann zur Prävention und Rehabilitation
eingesetzt werden. Gleichzeitig stärkt sie auf der psychologischen Ebene
das Selbstvertrauen und den Zugang zu den eigenen Empfindungen,
Bedürfnissen und Gefühlen.
Die Ausbildung befähigt dazu, Menschen und
Gruppen mit sport- und fitnesstherapeutischen Mitteln in ihren
Entwicklungs- und Heilungsprozessen zu begleiten und zu unterstützen.
Der Lehrgang vermittelt Fitness- und Sportmodelle und psychologische
Grundlagen aus Sicht der neuen wissenschaflichen Sportwissenschaft unter
Integration von psychologischen Ansätzen. Die Teilnehmer(innen) lernen,
wie man die Situation des Klienten systematisch analysiert und einen
passenden Aktions- und Sportplan entwirft.
Weitere Schwerpunkte sind Gesprächsführung und Coaching. Darüber hinaus
werden fachtechnische Grundlagen in Anatomie, Physiologie und
Nahrungsmittellehre vermittelt. Die Ausbildung versetzt sie in die Lage,
eine kompetente Sport- und Fitnesstherapie für alle Personengruppen
anzubieten. Sie können zielgruppengerecht beraten, anleiten und
betreuen. Im theoretischen Teil der Ausbildung werden Hintergründe zur
Bedeutung der Bewegung im Sport und Fitnessbereich und die der
körperlichen und geistigen Entspannung für die Entwicklung eines
körperlichen und geistigen Wohlbefindens vermittelt. Weiterhin wird aus
Sicht der Bewegung im Sport auf die Ursachen von
Verhaltensauffälligkeiten eingegangen und Schwerpunkte für
Interventionsmaßnahmen vorgestellt.
Noch heute gilt: In einem gesunden Körper steckt ein gesunder Geist. Die Sport- und Fitnesstherapie setzt sich aus trainingswissenschaftlichen, medizinischen, pädagogisch-psychologischen und soziotherapeutischen Elementen zusammen. Fachliche, methodische und sozial-kommunikative Kompetenzen werden durch eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit sich selbst und den verschiedenen methodischen Ansätzen erarbeitet. Die methodischen Ansätze werden didaktisch von den Teilnehmer(innen)n umgesetzt und gemeinsame Therapieansätze generiert. Differentielle sporttherapeutische Einzelsitzungen werden mit erfahrenen Sportwissenschaftlern und Diplom-Psychologen ausgestaltet und einstudiert.